Grace Jones ist Sängerin, Model und Schauspielerin.
Sie ist bekannt für ihre extravagante Kleidung und ausgefallene Auftritte, in denen sie z. B. in Männerkleidung oder in Gorilla-Kostümen auftrat. Ihr perfekt gestyltes, androgynes und betont hedonistisches, unterkühltes Image ist bedeutender Bestandteil der Bühnenperson Grace Jones. Durch ihr Spiel mit den Geschlechterrollen wurde sie im Umfeld des Studio 54 zu einem Idol der schwulen Gemeinschaft.
Schule und Modelkarriere
Grace Jones ist die Tochter eines Predigers, der sie und ihren jüngeren Bruder in der Mitte der sechziger Jahre nach Syracuse (bei New York) brachte. An der Highschool war sie die einzige schwarze Frau und wollte zunächst Sprachlehrerin werden. Sie besuchte kurz eine Schauspielschule und wurde von einer Modelagentur entdeckt, war aber auch Schauspielerin in kleineren Rollen. Als Model arbeitete sie in den 1970er Jahren für Vogue oder Elle in Paris.
Musikkarriere
Grace Jones' Karrierebeginn ist mit der Geschichte des legendären Studio 54 in New York verbunden. So begann sie auch in einer Discothek zu singen. Sie nahm drei Alben mit Musik auf, die stark von der Disco-Mode der 70er Jahre geprägt war. In Zusammenarbeit mit dem Fotografen und ihrem zeitweiligen Lebensgefährten Jean-Paul Goude und den Produzenten Chris Blackwell und Alex Sadkin nahm sie jedoch Anfang der 80er Jahre einen Imagewechsel vor. Sie orientierte sich auf ihren drei folgenden Alben musikalisch an New Wave und Reggae. Die Aufnahmen sind geprägt von einer Band, der als Rhythmus-Duo die jamaikanischen Musiker Sly Dunbar und Robbie Shakespeare angehörten, und vom oft unterkühlt wirkenden Sprechgesang Grace Jones'. Insbesondere das zweite dieser Alben, Nightclubbing, kam sowohl bei Kritik als auch Publikum sehr gut an und etablierte Grace Jones als international erfolgreichen Popstar. Später machte sie dem Zeitgeschmack folgend auch Hip-Hop-Dance-Musik. Ihr größter Hit war das von Trevor Horn produzierte Stück Slave to the Rhythm, das 1985 Platz 4 in den deutschen Single-Charts erreichte.
Filmkarriere
Zudem war sie auch als Schauspielerin tätig; ihre bekannteste Rolle ist wohl die des Bond-Girls May Day im James-Bond-Film Im Angesicht des Todes (1985). Weitere bekannte Filme, in denen sie mitwirkte, sind Conan der Zerstörer aus dem Jahr 1984 mit Arnold Schwarzenegger, Vamp 1986, in dem sie nicht nur die Hauptrolle des Vampirs Katrina spielt, sondern auch sich selbst zitiert, indem sie eine ihrer extravagant-erotischen Stage-Shows aufführt; 1987 sieht man sie neben Dennis Hopper seine MG-bewaffnete Sekretärin in Straight to Hell spielen, zusammen mit vielen anderen Musikern, u. a. Elvis Costello; Siesta 1987 und Boomerang von 1992 mit Eddie Murphy. Aktuell (2007) ist Jones in einer Nebenrolle in der Falco-Biographie Falco - Verdammt, wir leben noch! zu sehen.